Der zwölfte CareSlam!

Fünfter CareSlam von Pflegekräften in Berlin

Diesmal wurde die Bühne in Reduktion gehalten. Des Weiteren wurden auf Spielmomente weitestgehend verzichtet, vielmehr sollten die Texte und Protagonisten für sich stehen.

Plötzlich sah man sie auf der Straße, im Bundesgesundheitsministerium während des Tages der offenen Tür und jede Woche vor dem Bundesgesundheitsministerium: Menschen, die an beatmungspflichtigen Erkrankungen leiden und nun versuchten, mit dieser Einschränkung ein Bild zu erzeugen, Wörter zu nutzen, sich zu äußern. Und es war und ist ihnen so wichtig, dass sie dies trotz der erschwerten Sprache und Atemsituation taten und tun.

Sie suchten nicht nur Augenzeugen, sondern ebenfalls Ohrenzeugen.
— Yvonne Falckner.

Am 01.11.2019 fand in Berlin Friedrichshain der zwölfte CareSlam! statt.

Dieser CareSlam! stand ganz im Zeichen des unter seinem Zitiertitel RISG bekannt gewordenen "Gesetz zur Stärkung von Rehabilitation und intensivpflegerischer Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung", einem Referentenentwurf aus dem Bundesministerium für Gesundheit unter Jens Spahn (CDU).

Dieser Entwurf löste Entsetzen unter den Betroffenen aus, besonders unter den beatmeten Patienten, da erstmals der Grundsatz Ambulante Versorgung vor Heimunterbringung gebrochen werden soll und für die Patienten mit Vollendung des 18. Lebensjahres eine Unterbringung in Heimen die Regel werden soll. Dies würde ein Ende eines, soweit die Krankheit es zulässt, selbstbestimmten Lebens bedeuten. Die Würde des Menschen würde ökonomischen Zwängen unterworfen.

Die Betroffenen vermuten, dass Ziel des Vorhabens ist, die hervorragend ausgebildeten Pflegefachkräfte, die als persönliche Assistenten arbeiten, wieder in die Heime zu bringen.

Zum Auftakt zum zwölften CareSlam betrat die Initiatorin Yvonne Falckner die Bühne und erklärte, warum es Ohrenzeugen braucht. Sie übergab dann das Wort an die Betroffenen.

Ricarda Maschke, Anästhesie- und Intensiv-Krankenpflegerin, beschrieb mit bewegenden Worten, wie es ist, wenn man um das Leben eines Menschen kämpft. Sie ließ jedoch zugleich die Frage im Raum stehen, welche Grenzen hier gesetzt werden sollten und welche Folgen entstehen.

Ihr folgte Jörg Klemme, einer der persönlichen Assistenten von Sarah George, der berichtete, welche Auswirkungen der Gesetzentwurfes auf das Leben der beatmeten Patienten hat.

Als nächstes rollte Sarah George auf die Bühne. Die beatmete 23jährige Kunststudentin schilderte, was ein normales Leben für sie bedeutet und brachte mit eindringlichen Worten ihre Verzweiflung und die tiefen psychischen Qualen, durch die Androhung einer Heimunterbringung durch RISG, zum Ausdruck.

Nach einer Pause folgte Ute-Ulrike Meißner, die in ihrem zweiten Auftritt bei einem CareSlam die wahren Gründe für den Gesetzentwurf offenbarte und die Rolle von Erwin Rüddel (CDU) beleuchtete.

Felicitas Ingendahl spielte mit Zahlen und legte dar, wie absurd und ohne bzw. falschen Grundlagen die vom Gesundheitsministerium ins Feld geführte Zahlen als Untermauerung von RISG sind.

Den Abschluss bildete Martin Seidler, Ansprechpartner für Öffentlichkeitsarbeit bei Ambulante Dienste e.V.. Aufgrund seiner motorischen Einschränkungen beim Sprechen, wurde das Statement zu RISG von Ambulante Dienste von Ute Ulrike Meißner vorgetragen.

Yvonne Falckner beendete den Abend mit dem Text "Re".

 

Nachfolgend sind die Texte der Mitwirkenden des zwölften Careslams! zu finden.

 

Bilder

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Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt bei Thorsten Strasas.

 

Videos

Beiläufig beginnt Sarah George, eine 23jährige beatmete Kunststudentin zu erzählen, wie sich normales Leben für sie anfühlt. Es ist das griechische Restaurant, das vergessene Portemonnaie, das Studium, die Pinsel zum Malen. Doch Sarah kann diese Dinge nur erleben, wenn sie auf die Unterstützung ihrer Pflegekräfte vertraut.