Der zehnte CareSlam!

Lasst uns uns endlich verweigern.
— Astrid Barrera

Zum zehnten Mal findet unser CareSlam in Berlin Friedrichshain im Kulturhaus Alte Feuerwache statt.

Durch den Abend führt Yvonne Falckner diesmal als "Cindy aus der Kiste". Durchgehendes Motiv ist das Herz in der Pflege, welches als satirische Umsetzung die Emotionalisierung des Pflegeberufes anstelle einer Professionalisierung aufs Korn nimmt.

Der Abend beginnt mit einer Erinnerung an den wochenlang anhaltenden Shitstorm, den sich Erwin Rüddel, seines Zeichens gesundheitspolitischer Sprecher der Unions-Fraktionen im Bundestag, zugezogen hat, nachdem er per Twitter verkündete, die Pflegekräfte mögen doch die Pflegesituation schönreden.

Beatrix Langenecker beginnt mit dem ersten Slam "Ich bleib ruhig" über ihre Belastung im Arbeitsalltag und die entstehenden Auswirkungen auf ihre Psyche und Familie.

Ihr folgt Marcus Jogerst-Ratzka, mit seinem Auftritt "Pflegenotstand!". In diesem beschreibt er die Dramatik und kafkaeste Situation im deutschen Gesundheitswesen.

Nun slammt Rainer Jakobi mit "Rechenschieber" und beendet damit das Zeitalter der Mutmaßungen über die notwendige Personalausstattung und kehrt zu einer rationalen, mit dem Rechenschieber erfassbaren Berechnung zurück und legt damit zudem die dramatische Situation im Vergleich zu anderen europäischen Ländern dar. Und beerdigt zugleich die Aussage, die Krankenhäuser würden Gelder zweckentfremden, diese seien vielmehr unterfinanziert. Am Ende des CareSlams fordert er die Pflegenden auf, Rechenschieber an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu schicken.

Yvonne Falckner nutzt im Anschluss die Bühne, um einen Slam über das Borderline Syndrom zu halten: "Die Borderline-Tante auf Harzer4 Nivou". Aus gegeben Anlass.

Ihr folgt Astrid Barrera mit "Verweigerung". Kämpferisch fordert sie die Pflegekräfte auf, die miserablen Arbeitsbedingungen, unter denen nicht nur die Pflegenden, sondern auch die zu Pflegenden leiden (und sterben), zu verweigern. Sich zu verweigern.

Den Abschluss bildet der Auftritt des aktuellen Präsidenten des Deutschen Pflegerates e.V. Franz Wagner. Zunächst von Yvonne Falckner interviewt, slammt er dann über seinen Anspruch und seine Zielsetzungen als Präsident und seine Erfahrungen in der Kommunikation mit Politikern.

 

Bilder

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Alle sprechen von Pflegenotstand! Was ist eigentlich Pflegenotstand? Ist Pflegenotstand lediglich ein nicht Vorhandensein von Pflegefachpersonen oder gibt es hierbei auch andere Gründe und daraus resultierende Dynamiken? Marcus Jogerst-Ratzka gibt in seinem Slam "Pflegenotstand" Antworten.

Rainer Jakobi kann sehr gut rechnen und deswegen ist er der festen Überzeugung, dass der Gesundheitsminister Spahn dringend einen "Rechenschieber " benötigt, um den tatsächlichen Personalbedarf zu errechen.
Der "Verweigerungsaufruf" von Astrid Barrera geht direkt und unverblümt unter die Haut. Sie appelliert direkt an die Gesellschaft und insbesondere Pflegende, die Missstände öffentlich kundzutun: "Ja, wir, wenn wir uns nicht endlich wehren und in Massen öffentlich sagen: es geht so nicht mehr. Wir verweigern uns.
Beatrix Langenecker hat "Dienst". Die Onkologiefachkraft begleitet viel Leid in einem Fachbereich voller Extreme. Sie rechnet, begleitet, leitet an und bleibt ruhig, doch dann möchte der Sohn etwas von Beatrix Langenecker.
Franz Wagner, Präsident Deutscher Pflegerat hält eine kleine Ansprache und teilt mit, wie er gerne die Pflege positioniert sehen möchte.
"Mein Name ist Nase" und seine wunderbaren Background- Sängerinnen auf der CareSlam- Bühne. "Mein Name ist Nase" ist Altenpfleger und Rapper. In seinen Texten beschäftigt er sich mit den nachdenklichen Themen des Lebens mitunter hat er auch Texte herausgebracht, die sich an den Biografien von Menschen mit demenziellen Veränderungen orientieren.