Siebter CareSlam.

Zum siebten Mal findet der CareSlam in Berlin Friedrichshain statt. Im Kulturhaus Alte Feuerwache werben acht Teilnehmer für eine bessere Pflege mit menschlichen Bedingungen sowohl für die Patienten, als auch für die Pflegenden.

Dieser CareSlam steht unter dem Eindruck des Internationalen Tages der Pflege der jährlich am Geburtstag von Florence Nightingale stattfindet. Dieses Jahr haben mehrere Initiativen einen bundesweiten Aktionstag in Berlin stattfinden lassen, um auf die dramatische Lage der Pflegelandschaft in Deutschland aufmerksam zu machen.
Zum Abschluss des Aktionstages öffnet der CareSlam seine Bühne. Unter den Zuschauern ist auch Elisabeth Scharfenberg, MdB (Bündnis90/Die Grünen).

Die Initiatorin Yvonne Falckner führt durch den Abend. Als das böse, profitorientierte Gesicht der Pflege malträtiert sie die Auftretenden, wiegelt ab, beschönigt und schreddert eine Gefährdungsanzeige nach der anderen, die wieder und wieder auf der Bühne landen.

Der CareSlam beginnt mit einem Grußwort des Schirmherrn der Veranstaltung, Prof. Dr. Michael Bossle mit seiner Forderung „Hängt endlich die Uhren ab!“. Dieses wird von Yvonne Falckner vorgetragen. Diesem folgt ein Slam von Yvonne Falckner, mit dem sie fordert, Resonanzräume zu schaffen.

Als nächstes kommt Dagmar Stegler, examinierte Krankenschwester, auf die Bühne. Berührend slammt sie über das Leben als Leasingschwester, von den Vorteilen, aber auch von Mobbing und Ausgrenzung.

Ihr folgt die Studentin der dualen Pflege Lena Herbrandt mit ihrem Slam „Braucht Ihr uns nicht?“. Die erste Hälfte des CareSlams beschließt vor der Pause Cornelia Maria Zinke, examinierte Altenpflegerin und Pflegepädagogin mit ihrem Slam „Im Niemandsland des Theorie-Praxis-Transfers“. Sie beschreibt die Widersprüchlichkeiten der Ausbildung und der Wissensvermittlung, aber auch die Ausbeutung und Überforderung von Auszubildenden.

Yvonne Falckner beginnt den zweiten Teil des CareSlams mit einer Einführung in chinesische Übungen, stets zu Lächeln, bevor Roger Konrad mit seinem Slam „Wir wollen nur pflegen oder worum geht’s hier eigentlich?“ übernimmt. Roger Konrad ist examinierter Altenpfleger und im Vorstand des Vereins „Pflege in Bewegung„, sowie einer der Mitorganisatoren der „Bundesweiten Gefährdungsanzeige„.

Zusammen mit Yvonne Falckner folgt Marcus Jogerst-Ratzka, examinierter Krankenpfleger und Pflegeunternehmer. Kafkaesk stellen sie im Slam „Prozess“ den Widerspruch zwischen gesetzlichen Vorgaben und den Bedingungen in der Pflegerealität dar.

Während Bühne und Publikum noch in den emotionalen Nachwirkungen des „Prozess“ gefangen ist, betritt Florence Nightingale die Bühne. Es ist ja ihr Geburtstag. Eva Maria Endruweit, examinierte Krankenschwester und Lehrerin für Pflegeberufe, slammt als Nightingale eine zeitgemäße Version dessen was die Begründerin der modernen Pflege gesagt hat und vielleicht gesagt hätte – angesichts der Zustände der Pflege und der Welt.

Nun versammeln sich alle Slammer auf der Bühne, um im Chor den Text über die „heiligen Johannen der Pisstöpfe“ zu verlesen.

Zum Abschluss des CareSlams slammt Dr. Markus Mai, Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz unter dem Titel „Wir stehen dafür!?“ und fordert die Pflegenden auf, für ihre Interessen und Rechte einzustehen.

Dieser Bereich wird nach und nach mit weiteren Videos des CareSlams ergänzt.